Freies Land

Freies Land | Quelle: Arsenal/Defa Stiftung

DDR 1946, 75 Min, 35 mm

Regie: Milo Harbich - Drehbuch: Kurt Hahne, Milo Harbich -  Kamera: Otto Baecker - Musik: Werner Eisbrenner

Darsteller: Ursula Voß, Fritz Wagner, Herbert Wilk, Hans Sternberg, Aribert Grimme

Nach Kriegsende erhalten Flüchtlinge in einem Dorf in der Westprignitz das Land der geflohenen Gutsherren. Unter ihnen ist auch die Umsiedlerin Frau Jeruscheit, deren Kind bei der Flucht gestorben ist. Ihr Mann gilt als vermisst. Durch die harte Arbeit und den Wiederaufbau wächst die Dorfgemeinschaft allmählich zusammen und am Ende kehrt auch ihr verloren geglaubter Mann zurück.

"Freies Land" ist eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm, der sich mit der damaligen Situation der Landbevölkerung auseinandersetzt. Die Bodenreform wird als ein notwendiger und gerechter Schritt porträtiert. Von der Bildsprache her erinnert "Freies Land" an die epischen Sowjet-Filme der 20er Jahre. Die fehlende, geschlossene Handlung des Werks trug zum damaligen Misserfolg bei.

Quelle: defa.de

 

 

 

Tanz am Sonnabend - Mord?

Tanz am Sonnabend - Mord ? | Quelle: Icestorm

DDR 1961, 86 min, DVD

Regie Heinz Thiel - Drehbuch: Carl Andrießen, Lothar Creutz - Kamera: Horst E. Brandt- Musik: Helmut Nier

Darsteller: Johannes Arpe, MAnfred Borges, Gertrud Brendler, Kurt Conradi u.a.

An einem Sonnabend im Februar des Jahres 1960 wird der Tanz im Dorfkrug jäh unterbrochen. Die Scheune des Bauern Paul Gäbler brennt, ihn selbst findet man erhängt. Es stellt sich schnell heraus, daß es Mord war, obwohl Sägewerksbesitzer Züllich das Gerücht verbreitet, Gäbler habe sich erhängt, weil er in die LPG gezwungen wurde. Dabei ist Züllich nicht nur als Feind der neuen Ordnung mitverdächtig. Die Kriminalisten Schneider und Anders kämpfen sich durch einen Berg politischer und privater Motive und Indizien, bis sie den Schuldigen durch exakte Rekonstruktion der Tat zum Geständnis bringen.

Quelle: defa.de

 

 

 

Der Kinnhaken

Der Kinnhaken | Quelle: DIF Defa Stiftung

DDR 1962, 78 min, DVD

Regie: Heinz Thiel - Drehbuch: Manfred Krug, Horst Bastian - Kamera: Josef Novotný - Musik: Andre Asriel

Darsteller: Manfred Krug, Dietlinde Greiff, Marita Böhme, Jürgen Frohriep u.a.

Der Berliner Rundfunk meldet am 13. August 1961 den Beginn des Mauerbaus. Die junge Ostberlinerin Caroline Merzen ist schockiert. Denn nun ist ihr, wie auch ihrer Mitbewohnerin Rose, der Weg zur Arbeit in einer Bar im Westen der Stadt abgeschnitten. Georg Nikolaus dagegen, der als Meister des Elektro-Apparate-Werks zu den Bauarbeiten abkommandiert ist, sieht die Sache ganz anders. Als Caroline mit ihm flirtet, um so nach Westberlin zu gelangen, ist er erstaunt über ihre Offenheit. Zugleich erliegt er bereitwillig ihrem Charme, sein Retterinstinkt ist geweckt. Zwar will Caroline am Anfang nur Georgs Funktion ausnutzen, tatsächlich verliebt auch sie sich in ihn "“ in seine Menschlichkeit wie in seine Marotten. Dem jungen Glück scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Doch Caroline wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, als ihr eines Tages der halbseidene Bubi einen Besuch abstattet. Da dieser dringend Geld wegen seines luxuriösen Lebensstils benötigt, erpresst er die junge Frau eiskalt. Sie soll ihre frühere Beziehung zu einem reichen Herrn aus Zürich aufleben lassen. Davon profitiert auch Bubi finanziell. Ansonsten droht er Caroline, sich mit ihrem "Weihnachtsmann" in Verbindung zu setzen. Unlösbar scheint diese Situation für Caroline zu sein. Sich Georg anzuvertrauen, kommt für sie nicht in Frage, obwohl ihre Freundin Rose ihr dazu rät.

Viele DDR-Kulturschaffende glaubten an die Notwendigkeit des Mauerbaus zur Verbesserung der allgemeinen, innenpolitischen Situation. So überrascht der leichtfüßige Duktus dieses Liebesfilmes nicht. Insbesondere Manfred Krug hat sich die Rolle des raubeinigen, liebenswerten Mannes auf den Leib geschneidert.

Quelle: progress-film.de

 

 

 

Glück im Hinterhaus

DDR 1979, 98 min, 35mm

Regie: Herrmann Zschoche- Drehbuch: Ulrich Plenzdorf, Herrmann Zschoche - Kamera: Günter Jaeuthe - Musik: Günther Fischer

Darsteller: Dieter Mann, Ute Lubosch, Jutta Wachowiak, Peter Bause, Gerry Wolff, Käthe Reichel u.a.

Mitte vierzig, Chef, nie unbequem, Familie und zwei Kinder in eigenem Haus "“ Das ist Karl Erps Resümee seines bisherigen Lebens. Eines Morgens ist ihm das nicht mehr genug und er sieht in einer Affäre mit seiner jungen Arbeitskollegin Fräulein Broder eine Möglichkeit, den Ausbruch zu wagen. Zu Hause veranstaltet er Tabula rasa unter dem Deckmantel der angeblichen Wahrheitsfindung. Karl Erp eröffnet seiner Frau Elisabeth, sie niemals wirklich geliebt zu haben. Mit einem Schlag will er das bisher Erlebte und Gemeinsame zerstören. Nach den ersten glücklichen, aufregenden Wochen mit Fräulein Broder kommt Karl Erp ins Wanken, irgendwie kann er sich nicht wirklich zu der neuen Lebensweise bekennen. Die junge Geliebte versucht, durch ihre überstürzte Flucht eine Entscheidung zu erzwingen. Am Ende kehrt Karl Erp in den sicheren familiären Hafen heim. Nur seine Frau hat sich verändert "¦

Exzellentes Drama um eine Midlife-Crisis, die in jenen Zeiten besonders schwer wog, als die Verwirklichung individueller Träume gesellschaftlich wenig angesehen war.

Nach dem Roman "Buridans Esel" von Günter de Bruyn.Ursula Werner ist in der Rolle der eifersüchtigen Vorzimmerdame, die ihrem Chef jeden Wunsch von den Lippen liest, zu sehen.

Quelle: progress-film.de

 

 

Herzsprung

Herzsprung | Quelle: Defa Spektrum

Deutschland 1992, 87 min, DigiBeta

Regie/Drehbuch: Helke Misselwitz - Kamera: Thomas Plenert - Musik: Bulat Okudsawa, Georges Bizet, Giuseppe Verdi, Helke Misselwitz, Jack Strachey

Darsteller: Claudia Geisler, Ben Becker, Günter Lamprecht, Eva-Maria Hagen, Nino Sandow, Tatjana Besson u.a.

Herzsprung, ein trostloses Dorf irgendwo in der Mark Brandenburg. Nach der Wende ist das soziale Leben auf dem Nullpunkt, und auch wirtschaftlich ist Herzsprung am Ende. Auch Johanna, Mutter zweier Kinder, verliert ihren Job. Ihr Ehemann, ein Bauer, verdient kein Geld mehr und tötet sich selbst.

Verzweifelt sucht Johanna einen neuen Job, um ihre Kinder ernähren zu können "“ ohne Erfolg. Währenddessen lernt sie einen Deutschafrikaner kennen. Sie verliebt sich in ihn und kann so zumindest manchmal den tristen Alltag ausblenden. Das Verhältnis spricht sich schnell im Dorf herum, was Johannas Chance, einen neuen Job zu finden, nicht gerade vergrößert. Am Silvesterabend wird ihr Freund von Jugendlichen an der Autobahn überfallen, an einen Baum gefesselt und mit Messern bedroht. Es ist eine Warnung, um ihm zu bedeuten, dass er aus dem Dorf verschwinden soll.

Quelle: defa-spektrum.de