DEFA - Was war - was bleibt

Carmen-Maja Antonie Quelle: Spreetom Wikipedia

Mit Carmen-Maja Antoni hat das diesjährige Festival eine Charakterdarstellerin zu Gast, deren Gesicht aus den Filmen der DEFA nicht weg zu denken ist. Noch heute ist sie aktiv auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die Schauspielerin Brechtscher Prägung, spitzfindig, frech, warmherzig, nie auf den Mund gefallen und mit Schalk in den Augen, bringt ihr Buch "Im Leben gibt es keine Proben" und den Film "Kindheit" mit nach Großhennersdorf.

Zum Gedenken an den am Anfang des Jahres verstorbenen Regisseur Günter Reisch, hat das Festival den Film "Wolz "“ Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten" ins Programm aufgenommen. Für Günter Reisch, der bis zuletzt bei der DEFA-Stiftung aktiv war und nach der Wende als Filmpädagoge in Bozen, Graz und Weimar tätig war, ist dieser immer einer der wichtigsten Filme seiner Arbeit als Regisseur gewesen.

Mehr in den Fokus soll künftig die Filmstadt Görlitz gerückt werden. Neben einer größeren Zahl von Veranstaltungen werfen wir auch einen Blick auf Filme, welche hier oder in näherer Umgebung gedreht wurden, so z.B. "Über sieben Brücken musst du gehen" - ein musikalisch kultiger Film der späten DEFA Jahre.

"Was war - was bleibt"  "“ Filme der DEFA sind Teil des nationalen Kulturerbes,
im Gegenzug zu den oft ausgestrahlten seichten Heimatfilmen im Fernsehen möchten wir misierten Zuschauer nur noch sehr selten zu sehende cineastische Zeitdokumente zugänglich machen.

 

Kindheit

DDR 1986 | 87 min | 35mm | OF

Regie und Buch: Siegfried Kühn
Kamera: Peter Ziesche
Darsteller: Carmen-Maja Antoni, Angelika Büttiger, Fritz Marquardt, Helmut Müller-Lankow

Zu Gast: Carmen-Maja Antoni

Schlesien 1944. Der neunjährige Alfons lebt bei seinen Großeltern auf dem Bauernhof. Nach einem Unfall stirbt der Großvater. Alfons liebt und vergöttert die Großmutter, sie gibt ihm Zärtlichkeit und führt ihn oft mit kuriosen Geschichten ins Reich der Phantasie. Eines Tages kommt der Schausteller Nardini mit Pferd, Wagen und einem Wunderschwein ins Dorf. Die Leute betrachten den "Zigeuner" mit Misstrauen und Feindseligkeit. Die Großmutter bewahrt Nardini vor Prügel. Zwischen den beiden blitzt Liebe auf, leidenschaftlich und zart. Alfons beobachtet es mit Eifersucht. Für die Großmutter aber ist dies ein Ausbruch aus ihrem bisherigen Leben, ein Aufbruch zu ihrem wahren Ich.
In Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Fritz Marquardt.

 

08.05. 20.00 h KUNSTBAUERKINO 1, GROHEDO

ab 18.00 h LESUNG mit Carmen-Maja Antonie

 

 

 

Wolz - Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten

DDR 1973 | 110 min | 35mm | OF

Regie: Günter Reisch
Drehbuch: Günter Reisch

Der deutsche Spielfilmregisseur und Drehbuchautor Günter Reisch ist am 24. Februar im Alter von 86 Jahren gestorben.
"Wolz" erzählt von dem Anarchisten Max Hoelz, der in den 1920er-Jahren in Robin-Hood-Manier Gerechtigkeit für die Armen durchzusetzen versuchte. Ein Film mit Vorlaufzeit: Mehrere Jahre wurden benötigt, um das Drehbuch durchzusetzen und die ?ngste vor der Verherrlichung des Anarchismus zu zerstreuen. Basierend auf der 1929 erschienenen Autobiografie Vom "Weißen Kreuz" zur Roten Fahne des radikalen Kommunisten Max Hoelz (1889"“1933) entstanden erste Skizzen bereits in den 1960er Jahren.

 

09.05. FILMTHEATER, EBERSBACH

 

 

Über sieben Brücken musst du gehen

DDR 1977/78 | DVD | OF

Regie: Hans Werner
Drehbuch: Hans Werner, Kurt Bobek
Kamera: Kurt Bobek

Darsteller: Viola Schweizer, Krzystof Jedrysek, Tadeuz Borowski, Walfriede Schmitt, Hilmar Baumann, Kurt Goldstein, Traudl Kulikowski, Bruno Carstens, Karat u.a.

In einem kleinem Dorf (Drehort war die Görlitzer Region!) sollen neue Kühltürme für das dortige Kraftwerk gebaut werden. Die Arbeiten dazu übernehmen Bauleute aus Polen, unter ihnen Jerzy. Gitta arbeitet im Kraftwerk als Laborantin. Beide verlieben sich, doch dann kommt die Vergangenheit dazwischen. Im Dorf gibt es ein Lagerhaus, das einst zu einem KZ gehörte. Jerzys Vater kam dort ums Leben.Die eigens für diesen poetischen Film komponierte Musik spielt eine große Rolle; der Titel "Über sieben Brücken" der Gruppe "Karat" wurde in Ost und West ein Hit, quasi ein Lied für die Ewigkeit.

 

10.05. 20.00 h CAMILLO, GÖRLITZ