Retrospektive / Ehrenpreis

Dorota Kędzierzawska

Das Neiße Filmfestival ehrt eine der wichtigsten Vertreterinnen des polnischen Kinos der letzten drei Jahrzehnte, Dorota Kędzierzawska. Ihre Filme sind liebevolle Nahaufnahmen, die oft durch Einsamkeit und Schmerz gekennzeichnet sind. Viele sind porträthafte, kurze Blicke auf benachteiligte Kinder oder zaghafte zwischenmenschliche Beziehungen. Kędzierzawska studierte Filmregie in Moskau und Łódź. Gemeinsam mit ihrer Mutter, der Filmemacherin Jadwina Kędzierzawska, entstand ihre erste Filmproduktion "Rozalka Olaboga". 1988 folgte der für das polnische Fernsehen produzierte Film "Koniec Å›wiata" (Das Ende der Welt). 1991 Kędzierzawskas erster Spielfilm "DiabÅ‚y, DiabÅ‚y" (Teufel, Teufel) "“ eine Begegnung zwischen einem jungen Mädchen und einer Roma-Gruppe. Danach folgten Wrony" (Krähen), die Geschichte eines Kindesraubs und "Nic" (Nichts), die beide mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden. Aufbauend auf authentischen Ereignissen, erschien 2004 eine Ausreißergeschichte Jestem (Ich bin). Weglaufen, um anzukommen. Danach schwenkte sie die Kamera erstmals auf eine andere Generation um: "Pora umiera?‡" (Zeit zum Sterben) porträtiert den Lebensabend einer alten Frau. 2011 erhielt Kędzierzawskas den Friedensfilmpreis der Berlinale für "Jutro będzie lepiej" (Morgen wird alles besser), die Geschichte dreier obdachloser Kinder auf der Flucht. Ihre letzte Arbeit "Inny Å›wiat" (Die andere Welt) widmet sich einer der größten lebenden Filmlegenden des polnischen Kinos, Danuta Szaflarska. Mit ihrer Protagonistin taucht sie in eine nicht mehr vorhandene Welt ein.

Laudatio zur Ehrenpreisverleihung an Dorota Kędzierzawska spricht Kornel Miglus, Festivaldirektor von FILMPOLSKA, am 10.05. in der Landskron Kulturbrauerei in Görlitz.

 

 

Jutro będzie lepiej / Morgen wird alles besser

PL, JP 2010, 118 min., DCP, OF en UT, dt cz Ü

 

Regie: Dorota Kędzierzawska

Drehbuch: Dorota Kędzierzawska

Kamera: Arthur Reinhart

Produzent: Arthur Reinhart

Darsteller: Oleg Ryba, Evgeny Ryba, Akhmed Sardalov, Stanisław Soyka

 

Zu Gast: Dorota Kędzierzawska, Arthur Reinhart

 

"Diese Geschichte soll wirklich passiert sein. Ich weiß, dass es uöberall gute wie schlechte Menschen gibt und dass unser Leben oft vom Zufall abhängt. Viele von uns hoffen, dass es da draußen einen besseren und schöneren Ort fuör uns gibt "“ wo immer das sein wird... Was mich an dieser Geschichte uöber die kleinen Ausreißer aber wirklich gefesselt hat, war ihr unbedingter Wille, aus ihrem tristen Dasein auszubrechen. Wie sind diese jungen, obdachlosen, abgerissenen und hungrigen Jungen auf diese Idee gekommen? Wie viel Mut und Tapferkeit hat es sie gekostet? Stecken in ihnen nicht die großen kleinen Helden unserer Zeit?", Dorota Kędzierzawska über ihren Film.


VORFILM: Jajko / Das Ei

PL 1982, 9 min., DCP, ohne Dialoge

Regie: Dorota Kędzierzawska

Drehbuch: Dorota Kędzierzawska

Kamera: Zdzisław Najda

Produzent: PaÅ„stwowa Wyższa SzkoÅ‚a Filmowa Telewizyjna i Teatralna (Łódź)

Darsteller: Katarzyna Dziomdziora, Arek Pryłukin

"Das Ei" ist die zweite studentische Arbeit von Dorota Kędzierzawska und wurde 1982 unter der Leitung von Wojciech Jerzy Has realisiert. Ein Jahr später kam hierfür die Nominierung für den studentischen Oscar. Der Film handelt von der Beziehung zwischen Bruder und Schwester, ihrer Einsamkeit und dem Bedarf nach menschlicher Wärme.

 

06.05. 17.30 h Dome?ek na Kope?ku, Rumburk

08.05. 19.30 h Kino VarsÌŒava, Liberec

09.05. 20.30 h Kunstbauerkino 1, Grohedo

 

 

Inny świat / Die andere Welt

PL 2012, 97 min., DCP, OF dt UT

Regie: Dorota Kędzierzawska

Drehbuch: Dorota Kędzierzawska

Kamera: Arthur Reinhart

Produzent: Arthur Reinhart

Darsteller: Danuta Szaflarska

 

Zu Gast: Dorota Kędzierzawska, Arthur Reinhart

 

Ein Dokumentarfilm über das Leben von Danuta Szaflarska, die in diesem Jahr ihren 100 Geburtstag feiert. Eine rührende und humorvolle Geschichte einer der bedeutendsten, lebenden Film- und Theaterschauspielerin Polens. Der Betrachter stellt sich der Welt von ihren Erinnerungen. Es ist auch eine Geschichte über eine Welt, die nicht mehr existiert. Danuta Szaflarska ist der Erzähler und Führer durch die Zeitgeschichte und eine vergangene Kultur, die sie als Person geprägt hat.  

 

09.05. 17.00 h PozaNova, Zgorzelec

 

 

Pora umiera?‡ / Zeit zu sterben

PL 2007, 100 min., DCP, OF en UT, dt Ü

Regie: Dorota Kędzierzawska

Drehbuch: Dorota Kędzierzawska

Kamera: Artur Reinhart

Produzent: Artur Reinhart

Darsteller: Danuta Szaflarska, Krzysztof Globisz, Marta Waldera, Patrycja Szewczyk

Aniela ist sehr alt, doch im Geiste noch jung und besitzt einen nicht alltäglichen Humor. Zusammen mit ihrem Hund lebt sie alleine in einer vornehmen, verfallenen Villa. Nach langen Jahren hat sie es endlich geschafft, auch die letzten von den Kommunisten einquartierten Mieter loszuwerden. Nun wäre es eigentlich an der Zeit, das Haus zu renovieren und ihm wieder zu seinem ehemaligen Glanz zu verhelfen. Doch Anielas Sohn sträubt sich hartnäckig dagegen, denn er hat Pläne, den Familiensitz hinter ihrem Rücken zu verkaufen. Als Aniela dies zufällig erfährt, ringt sie sich zu einer unkonventionellen Entscheidung durch.

 

07.05. 17.30 h Kunstbauerkino 2, Grohedo