Spielfilm Wettbwerb 2013

Das 10. Neiße Filmfestival im sächsisch-polnisch-tschechischen Dreiländereck ist am 5. Mai mit einer Feier im tschechischen Varnsdorf zu Ende gegangen. Der Gewinner des Festivals des osteuropäischen Kinos ist der polnische Film IN THE NAME OF von Malgorzata Szumowska.

Die "Neiße-Fische" 2013 sind vergeben und der mit 2.500 € dotierte Hauptpreis fährt dieses Jahr nach Warschau zu Malgorzata Szumowska. IN THE NAME OF ist ein tiefst bewegendes Portrait eines Priesters, der in der sehr konservativen polnischen Gemeinschaft lebt und in ein inneres Konflikt gerät. Dieser Film verbindet eine exzellente Kamera mit herausregenden schauspielerischen Darstellungen. So beurteilte die trinationale Jury mit Jana ?Œernik vom Czech Film Center aus Prag, Nikolaj Nikitin, den Delegierten der Berlinale für osteuropäische Filme und dem polnischen Regisseur Przemyslaw Wojcieszek ihre Entscheidung. Eine besondere Erwähnung bekam der tschechische Debutfilm von Iveta Grófová mit ihrem Film MADE IN ASH.

 

 

Besondere Schauspielerische Leistung

Den Preis für die beste schauspielerische Leistung erhält Andrzej Chyra für seine Rolle in "In the name of"  von Szumowska. Diesen Preis verlieh der Ausländerbeirat der Stadt Zittau. Bei den diesjährigen Wettbewerbsfilmen waren nach Meinung der Jury die polnischen Darsteller besonders herausragend. Ausschlaggebend war eine überaus glaubwürdige Darstellung des homosexuellen Pfarrers, der seine Liebe zu Männern unterdrücken will. Diese innere Zerrissenheit bringt Chyra mit einer beeindruckenden Mimik und Gestik nahe. Darüber hinaus wurde für ihre darstellerische Leistung Magdalena Berus in dem Film "Baby Blues" lobend erwähnet.

 

 

Kurzfilmwettbwerb 2013

Der "Neiße-Fisch" 2013 im Kurzfilmwettbewerb ging an den deutschen Kurzfilm ONE SHOT von Dietrich Brüggemann. ONE SHOT, ist ein ungewöhnlicher Film. Er erzählt keine Geschichte. Die Kamera auf dem Stativ bewegt sich nicht. Vor ihr agieren die Schauspieler. Mit einfachen filmischen Mitteln wurde das Thema Integration vielschichtig, kreativ und mit einer kräftigen Brise Selbstironie inszeniert.  Der Wettbewerb 2013 umfasste 37 Einreichungen und die Entscheidung war nicht einfach. Eine lobende Erwähnung bekamen außerdem "Stufe drei" von Nathan Nill.

 

 

Dokumentarfilmpreis

Den "Neiße-Fisch" und 300 € für den besten Dokumentarfilm erhält "Bahnsteig  1 - Rückfahrt nach Flatow" von Thomas Grimm und Andreas Kossert.

 

Spezialpreis 2013

Der Filmverband Sachsen vergab beim Neiße Filmfestival einen Spezialpreis. Der Preis wurde verliehen an einen Film, der sich mit Respekt und Toleranz der jeweiligen anderen Kultur nähert und damit den Weg zum Dialog bereitet. Der Preisträgerfilm ist "Der Doppelpass" von Elke Weber-More .

 

Begründung:

"Der Preisträger eröffnet dem Zuschauer auf freundlich-ironische Weise, wie stark Klischees überschätzt werden können. Seine Stärke zieht der Film aus dem Willen der Protagonistin, weit zu gehen um ihren Traum zu verwirklichen. Er beweist die ungebrochene Aktualität der Weisheit "Jeder ist Ausländer, fast überall". Konsequent etwas 'drüber' und mit einem überraschenden Finale ist er ein würdiger Preisträger. Herzlichen Glückwunsch Elke Weber-Moore und Ihrem Film "Doppelpass" zum Gewinn des Spezial-Preises zum 10. Neissefilmfestival."

 

 

Publikumspreis

 

Die Kinobesucher haben ihren eigenen Preis zum 10. Neiße Filmfestivals verliehen. Ein bulgarische Film Sofias last ambulance, von Ilian Metev räumte mit einer klaren Mehrheit den Publikumspreis ab.