Die Preisträger des 12. Neiße Filmfestival

Die Preisträger des 12. Neiße Filmfestival (von links): Tom Hornig ("Kafkas - der Bau"), Martin Christopher Bode ("Eine gute Geschichte"), Dorota Kędzierzawska (Ehrenpreis), Klaudia Dudová (Beste Darstellerin für "Cesta ven"), Ivan Ostrochovský (Regie "Koza"), Peter BalázÌŒ (Hauptdarsteller "Koza"), Peggy Kuwan ("Beyond Punishment"), Gabriela Duchonova ("Food to go"), Pavel Göbl ("Sunrise Supervising") und Jakub Vacik ("Food to go")"¦ (Foto: Hannes Rönsch)

Das 12. Neiße Filmfestival ist Geschichte! Über 4.500 Festivalbesucher sahen an den vergangenen sechs Festivaltagen weit mehr als nur die Beiträge der drei Wettbewerbe. In verschiedenen Sonderreihen und Länderschwerpunkten richtete sich der Fokus der diesjährigen Ausgabe des trinationalen Festivals auf das Thema "Migration" in Osteuropa. Siebzehn Spielstätten in Großhennersdorf, Görlitz, Zittau, Löbau und Mittelherwigsdorf, im polnischen Zgorzelec sowie im tschechischen Liberec, Rumburk, Varnsdorf und Hrádek nad Nisou zeigten große Geschichten, großartige Schauspieler und großes Kino: Der 12. Jahrgang des Neiße Festivalfestivals war von bestechender Qualität. Das sind die Preisträger 2015:

Bester Spielfilm: "Koza" von Ivan Ostrochovsky

"Koza" - die Ziege - nennen sie den slowakischen Boxer Peter Balaz, der seine besten Tage hinter sich hat. Erzählt wird seine Geschichte in dem gleichnamigen slowakisch-tschechischen Film von Regisseur Ivan Ostrochovsky, der am 10. Mai 2015 in Görlitz den Hauptpreis des 12. Neiße Filmfestivals gewonnen hat. Die Jury, der die Regisseurin Slobodanka Radun aus Tschechien, der deutsche Filmkritiker Sandro Viroli und der polnische Regisseur Artur Pilarcyk angehörten, hoben insbesondere die Authentizität und die stringent erzählte Geschichte des Films hervor.

Bestes Szenenbild: "Kafkas - Der Bau"

Der deutsche Beitrag "Kafkas - Der Bau" von Jochen Alexander Freydank erhielt den Preis für das beste Szenenbild, bei dem die Jury die eindrucksvolle Kombination von virtueller und realer Kulisse sowie das durchdachte visuelle Konzept betonte. Der erstmals vergebene Preis wurde von der Stadt Görlitz gestiftet und durch Yvonne Reich, Vorsitzende des Kulturausschusses, überreicht.

Publikumspreis: "For Being Alive" & "Food to go"

Der Publikumspreis der Kinobesucher des 12. Neiße Filmfestivals ging in diesem Jahr an den polnischen Dokumentarfilm "For Being Alive" von Tomasz Nuzban. Erstmalig konnte das Publikum auch einen Favoriten unter den Kurzfilmen wählen. Die knappe Entscheidung fiel auf den tschechischen Beitrag "Food to go" von Edgar Ortiz. Gestiftet werden die beiden Publikumspreise durch den Verkehrsverbund ZVON. Der Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer ließ es sich nicht nehmen, die Gewinner persönlich bekannt zu geben und die dazugehörigen Neiße-Fische zu übergeben.

Besondere Schauspielerische Leistung: Klaudia Dudova für "Cesta Ven"

Als beste Schauspielerin zeichnete die Jury Klaudia Dudova für ihre kraftvolle Darstellung einer jungen Roma-Frau im Film "Cesta Ven" aus. Gestiftet wurde der Preis von der Sächsischen Zeitung, deren Geschäftsführerin der Lokalredaktion Zittau, Peggy Lange, den dazugehörigen Neiße-Fisch überreichte. 

Bester Kurzfilm: "Eine gute Geschichte" von Martin Christopher Bode

Die ebenfalls aus drei Nationen zusammengesetzte Kurzfilm-Jury musste unter 36 ausgewählten Arbeiten den Gewinner dieses Wettbewerbs zu ermitteln. Die Entscheidung fiel auf "Eine gute Geschichte" von Martin Christopher Bode, der persönlich den vom Studierendenrat der Hochschule Zittau/Görlitz gestifteten Preis entgegen nahm.

Besondere Erwähnung: "Mein letztes Konzert"

Bester Dokumentarfilm: "Beyond Punishment" von Hubertus Siegert

Der diesjährige Dokumentarfilmpreis ging an den deutschen Regisseur und Produzenten Hubertus Siegert für seinen internationalen Dokumentarfilm "Beyond Punishment". Der in Koproduktion mit dem ZDF / 3Sat entstandene Film zeigt, wie Täter und Opfer von Gewaltverbrechen aktiv in eine Auseinandersetzung miteinander treten. "Drei Länder, drei Gewaltverbrechen und die Annäherung zwischen Täter und Opfer "“ der Film beobachtet die Suche der Protagonisten, Tat und Verlust zu verarbeiten", so die Juy.

Spezialpreis des Filmverband Sachsen: "Sunrise Supervising"

"Regionale Themen, Geschichten, die nicht fremd sind, die so mancher schon selbst erlebt hat: das zeichnet das diesjährige Neiße Filmfestival aus", hob die Jury bei der Abschlussgala in der Landskron Kulturbrauerei in Görlitz hervor. "So unterschiedlich die  Herkunft der Filme, so unterschiedlich sind die Themen, die Geschichten und Genres". So ist es nur konsequent, dass der diesjährige Spezialpreis aus der Festivalreihe "Regionalia" kommt. Die schön-schräge Geschichte "Sunrise Supervising" des tschechischen Independent Filmemacher Pavel Göbl zeigt, "wie Versöhnung mit der eigenen Geschichte auch funktionieren kann. Jedes Land hat seinen eigenen Weg und der tschechische wird uns mit unvergleichlichen Humor gezeigt", so die Jury.

Ehrenpreis: Dorota Kędzierzawska

Der besondere Ehrenpreis für das Lebenswerk wurde in diesem Jahr an die polnische Regisseurin Dorota Kędzierzawska verliehen. In einer Retrospektive zeigte das Festival vier der bedeutendsten Filme der Preisträgerin. Kędzierzawskas Filme sind liebevolle Nahaufnahmen, die oft durch Einsamkeit und Schmerz gekennzeichnet sind. Porträthafte, kurze Blicke auf benachteiligte Kinder oder zaghafte zwischenmenschliche Beziehungen. Im Rahmen einer Retrospektive werden zum Neiße Filmfestival verschiedene Filme der besonders in ihrem Heimatland Polen berühmten Regisseurin und Drehbuchautorin gezeigt, darunter auch eines ihrer frühen studentischen Werke.