Veranstalter: KUNSTBAUERKINO GROßHENNERSDORF

Nachspielzeit im Kino Krokodil Berlin am 25.11.2017

Am 25.11.2017 um 20.00 präsentieren wir im Kino Krokodil in Berlin zwei Gewinner der insgesamt neun diesjährigen Neiße-Fische.

Gewinner Spezialpreis des Filmverbandes Sachsen
Szczęście świata (Das Glück der Erde)

PL | 2016 | 98 min | DCP | OmdU
Regie, Drehbuch: Michał Rosa
Kamera: Marcin Koszałka
Produktion: Argomedia Productions
Darsteller: Karolina Gruszka, Mateusz Lickindorf, Grzegorz Palkowski, Dariusz Chojnacki, Krzysztof Stroiński, Agata Kulesza

Oberschlesien kurz vor dem Zweiten Weltkrieg: In einem Mietshaus leben Polen, Deutsche, Juden – und einige wissen gar nicht so genau, wo sie hingehören, jeder lebt seine eigene kleine Tragikomödie. Die hübsche Róża wickelt reihenweise Männer um den Finger, will sich aber an keinen binden. Der alte Tomasz ersinnt absurdeste Tricks, um seine Pflanzen zur Blüte zu bringen. Rufin ist ein einfacher Arbeiter, aber vielleicht auch ein genialer Mathematiker. Eine feinfühlige, virtuos konstruierte Gesellschaftsparabel, die subtil Abgründe freilegt, ohne dabei auf Humor und Ironie zu verzichten.

Vorfilm:
Gewinner Neiße-Fisch für den besten Kurzfilm
Fleur (Blume)

CZ | 2016 | 18 min | OmeU
Regie, Drehbuch: Oliver Beaujard
Kamera: Adam Špalek
Produktion: FAMO / Filmová akademie Miroslava Ondříčka v Písku
Darsteller: Kristián Laštovka, Jiří Laštovka

Ein liebevoll inszeniertes Märchen über einen Gärtner, der seine Aufmerksamkeit mehr den Pflanzen als seinem einsamen, kleinen Sohn widmet – und über die Versöhnung in einer magischen Welt.

Nachspiele 14. Neiße Filmfestival im Kino Krokodil
Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin
www.kino-krokodil.de

Wir freuen uns sehr, Sie/Euch dort zu treffen!

NACHGESANG (DER ALTE FUCHS, in allem war er mir voraus ...)

Wir trauern um Kito Lorenc, welcher am 24. September im Alter von 79 Jahren starb.

Am 13. Mai 2016 war er, der Geschichte(n)-Schreiber in Gedichten und Schmungks, Gast zum Neiße Filmfestival. Er, der Sprachmittler zwischen dem Sorbischen und dem Deutschen, dichtete und malte Bilder zu gleich. War seine Stimme auch schon zittrig, so waren seine Worte warm und stark. Unbeugsam, widerborstig – mit seiner Erzählung  und dem gleichnamigen Film „Struga“ – entging auch er nicht der DDR Zäsur. Unbeugsam war er der Geschichte seines Volkes, einer Minderheit in deutschen Landen, ebenso verbunden wie der Zweisprachigkeit, in der er aufgewachsen, gewachsen und gealtert ist. Kito Lorenc widersteht mit seinen Werken sowohl dem geforderten Gehorsam in der DDR, wie auch der bürgerlichen Behaglichkeit des bundesrepublikanischen Alltags.

Wir wünschen ihm, wo auch immer er jetzt sei, viel Blaubeerplinze, stoßen an mit ihm bis zur Neige und bewundern seinen trotzigen Humor. Und immer klingt es in uns „Ein Gedicht muss unklar sein. Über etwas, das sich von selbst versteht, muss man kein Gedicht machen„ (Kito Lorenc).

Call for entries: Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme für das 15. Neiße Filmfestival gesucht

Call for entries 2018

Vom 15. bis zum 20. Mai 2018 findet im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck das 15. Neiße Filmfestival statt. Die Festivalmacher vom Kunstbauerkino in Großhennersdorf suchen dafür Produktionen in den Kategorien Spielfilm, Kurzfilm und Dokumentarfilm, an die insgesamt acht Preise und rund 11.000 Euro Preisgeld verliehen werden sollen. Neben den besten Beiträgen in jeder Kategorie und den Publikumslieblingen werden u.a. die beste darstellerische Leistung und das beste Szenenbild prämiert. Außerdem vergibt der Filmverband Sachsen einen Spezialpreis. Einsendeschluss für alle Einreichungen ist der 31. Dezember 2017. Die Auswahl der Filme erfolgt anschließend bis Mitte März 2018.

Ein Festival - drei Länder! Seit 2004 bietet das Neiße Filmfestival jungen Filmemachern aus Polen, Tschechien und Deutschland ein Forum. Darüber hinaus stellt es dem jeweiligen Nachbarpublikum etablierte Filme und Regisseure vor und widmet sich Schwerpunktthemen. 2018 beleuchtet der Fokus unter dem Titel „1968“, was in Polen, Deutschland und der Tschechoslowakei vor 50 Jahren geschah, welche gesellschaftlichen, politischen und historischen Veränderungen stattfanden und welche Einflüsse bis in die heutige Gesellschaft wirken.

Besonders und einzigartig am Neiße Filmfestival ist sein genreübergreifender, trinationaler Charakter mit grenzüberschreitenden Filmvorführungen an fast zwanzig Spielorten im Dreiländereck an der Neiße und einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Partys, welches gemeinsam mit Kooperationspartnern in allen drei Ländern organisiert wird.

Die Preisträger des 14. Neiße Filmfestivals

Am Samstagabend wurden im tschechischen Varnsdorf bei der Preisverleihung die Neiße-Fische an die besten Filme und Publikumslieblinge des 14. Neiße Filmfestivals vergeben. Das sind die Preisträger:

Neiße-Filmpreis der Sächsischen Kunstministerin (Bester Spielfilm)
„Špína (Dreck)“ von Tereza Nvotová (CZ/SK)
 
Beste darstellerische Leistung
Vanessa Szamuhelová in „Pátá loď (Das fünfte Schiff)“ (SK/CZ)
 
Bestes Szenenbild
„Masaryk (A prominent Patient)“ von Julius Ševčík
Szenenbild: Milan Býček (CZ/SK)

 
Bester Dokumentarfilm
„Normální autistický film (Normal Autistic Film)“ von Miroslav Janek (CZ)
 
Bester Kurzfilm
„Fleur (Blume)“ von Oliver Beaujard (CZ)
 
Spezialpreis des Filmverband Sachsen
„Szczęście świata (Das Glück der Erde)“ von Michał Rosa (PL)
Besondere Erwähnung: „Dotknięcie Anioła“ (Vom Wunder des Überlebens) von Marek Tomasz Pawlowski
 
Publikumspreis Langfilm    
„Die Reste meines Lebens“ von Jens Wischnewski (D)
 
Publikumspreis Kurzfilm
„Simply The Worst“ von Johannes Kürschner und Franz Müller (D)

Matej Hlavác, Iveta Grófová, Tereza Nvotová, Jens Wischnewski, Franz Müller, Johannes Kürschner, Patos Kycovity, Jirí Laštovka, Daniela Souckova... (from the left, ® Hannes Rönsch)
(Bild anklicken um Galerie zu öffnen)