Spielfilm Wettbewerb 2013


Wie im vergangenen Jahr werden die Wettbewerbsbeiträge aus den drei Nachbar-ländern ergänzt  mit einer Empfehlung unseres Partners dem DOKU Fest Prizren. Pharmakon ist eine Einreichung für den Besten Fremdsprachigen  Film zur Oscar Verleihung und dieser entwickelt ein sehr realistisches Bild des Lebens im  der Krisenregion des Balkans.
Letztes Jahr in der Jury,  die Gewinnerin des Publikumspreises 2010, Kasia Roslaniec ist mit ihrem neuen Film Baby Blues  wieder dabei.   Die Gefühlswelt junger Menschen, Ihr Streben nach Beachtung ist Inhalt gleich mehrerer  Filme. Dabei ist nicht immer alles einfach ob mit Sascha in "Scherbenpark" oder Dima in "Nemez" erleben wir zwei nicht alltägliche Jugenddramen. Eine weitere Geschichte von Selbstbehauptung und Liebe im Kontext des  zunehmenden Extremismus in Europa erzählt "Shameless" aus Polen. Mit diesem Film und dem tschechischen Beitrag "Made in Ash" verbindet sich der Wettbewerb auch mit einer speziellen Film Reihe des Festivals zum Leben der Sinti und Romas in Osteuropa.
Der jüngste und vielversprechende Film der Studentin Anne Zohra Berrached reiht sich ein in eine Reihe besonderer Geschichten mit dem Wunsch der Mutterschaft zweier lesbischer Frauen. Zwei renommierte Filmemacherinnen, aus Polen MaÅ‚goÅ›ka Szumowska und aus Tschechien  David Ondricek vervollständigen  die Beiträge, welche sich um den NEISSEFISCH 2013 bewerben und wir dürfen wieder gespannt sein wer am Ende das freundliche schuppige Wesen in den Händen halten darf.

 

Baby Blues

PL 2012 | 105 min | OF + cz/dt Ü

Regie: Kasia Roslaniec
Kamera: Jens Ramborg

Schnitt: Bartosz Pietras

Darsteller: Magdalena Berus, Nikodem Rozbicki, Klaudia Bulka, Michal Trzeciakowski

Natalia wollte unbedingt ein Baby. Jetzt ist es da, und das Leben der extrovertierten 17-jährigen ist ein einziger Kampf. Sie fühlt sich von ihrer ebenfalls noch sehr jungen Mutter abgelehnt und klammert sich verzweifelt an ihr Kind, zu dem sie eigentlich noch keine rechte Bindung hat. Ihr unbekümmerter Skater-Freund Kuba versucht sich zwar mit seiner Vaterschaft anzufreunden, nutzt ihre kleine Wohnung aber für Partys mit seiner Kifferclique. Natalia selbst gibt ihr weniges zusammengeborgtes Geld für abenteuerliche Outfits aus. Um ihren Traumjob als Verkäuferin in einem stylischen Modeshop zu ergattern, lässt sie sich auf den jungen Chef ein, der seine Position auszunutzen weiß.Natalias Welt gerät immer stärker aus den Fugen.


Anders als viele Filme über Teenager-Mütter ist Baby Blues kein graues Sozialdrama, sondern vielmehr eine überdrehte Tour de Force durch eine von Klamotten, Sex und Drogen bestimmte Welt in knalligen Farben. Der noch junge Kapitalismus Polens zeigt sich hier von seiner derben Seite. Nach Mall girls (2009) gelingt Kasia RosÅ‚aniec erneut ein ebenso drastischer wie authentischer Film.


04.05 17.30 h KRONENKINO, ZITTAU

 

 

W imię | In the Name of

PL 2012 | 102 min | OF + dt/cz Ü

Regie: Malgoska Szumowska

Kamera: Michał Englert

Musik:  Jacek Drosio  

Schnitt: Paweł Mykietyn

Darsteller:  Andrzej Chyra, Mateusz Kosciukiewicz, Maja Ostaszewska

Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren, prügelnden und pöbelnden Heranwachsenden zu tun. Die eindeutigen Avancen von Ewa, einer blonden jungen Frau, lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass er ihre Leidenschaft nicht erwidert. Adam weiß, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist. Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film wagt sich MaÅ‚goÅ›ka Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern. Dabei erlebt die Hauptfigur, mit ihrer "verbotenen" Lust konfrontiert, Momente des Glücks, aber auch der tiefsten Verzweiflung. Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit "“ und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.

 

03.05 20.00 KRONENKINO, ZITTAU



 

Bez wstydu | Shameless

PL 2012 | 88 min | OF + dt/cz Ü + eUt

Regie:  Filip Marczewski
Buch: Grzegorz Łoszewski

Kamera:  Szymon Lenkowski
Musik:    PaweÅ‚ Mykietyn
Schnitt:
Darsteller: Mateusz KoÅ›ciukiewicz, Agnieszka Grochowska, Anna Próchniak, Maciej Marczewski, PaweÅ‚ Królikowski, Miklosz Deki Czureja, Dariusz Majchrzak

Zwischen Schule und Studium nistet sich der 18jährige Tadek bei seiner älteren Schwester in der Stadt ein. Für ihn ist Anka seine einzige große Liebe und er begehrt sie auch rein körperlich. Doch seine Schwester taumelt gerade von einer unglücklichen Liebe in die andere. Nur mit kleinen Gesten kann der jüngere Bruder zunächst seine Schwärmerei für die ältere Schwester zum Ausdruck bringen. Tadek kann nicht von seiner "verbotenen Liebe" lassen. Manchmal tröstet er die zunehmend verzweifelte Anka und erkämpft sich so sein Quantum an Nähe, bis es einmal doch zu einer erotischen Begegnung kommt. Dabei verpasst er beinahe eine mögliche Beziehung zu Irmina, die ihn aufrichtig liebt. Neben dem vordergründigen Inzest-Thema berührt der Film auch rassistische Untertöne, wenn etwa die Freunde von Ankas Liebhaber ein Roma-Lager brutal überfallen. Tadek muss sich entscheiden zwischen seiner schwärmerischen inzestuösen Liebe und einem Leben frei von Zwängen.


02.05. 15.00 h KRONENKINO, ZITTAU

03.05. 19.30 h KULTURHAUS, BOGATYNIA (PL)

04.05. 20.00 h KINO, HRADEK (CZ)

 

 

 

Až do mesta Aš | Made in Ash

CZ/SK 2012 |   min | OF + dt/pl Ü

Regie/Buch:  Iveta Grófová
Kamera:  Viera Ba?í­ková
Schnitt:

Musik: Matej Hlav�
Darsteller: Dorotka Billá, Silvia Halušicová, Robin Horký, Jarka Bu?incová

 

Nach dem Abitur verlässt Dorotka ihrer Heimat Slowakei, um Arbeit in der Grenzstadt Aš zu finden.
Bei der Ankunft wird sie sofort konfrontiert mit einer Welt von erschöpften Näherinnen, die alle auf die Ankunft ihres deutschen Prinzen warten. Der Film zeigt authentisch das alltägliche Umfeld, von dem Dorotka schnell ein Teil wird und spiegelt auch die Beweggründe der Mädchen wieder, ihr hartes Leben mit Entscheidungen zu verändern, die scheinbar unmoralisch sind, wenn man sie nur oberflächlich betrachtet.

 

03.05. 15.00 h KRONENKINO, ZITTAU

 

 

Ve stí­nu | Im Schatten

CZ, SK, PL 2011 | 101 min | OF + dt/pl Ü

Regie: David OndÅ™í­?ek

Kamera:

Darsteller: Sebastian Koch, Ivan Trojan, Jirí­ Stepnicka, David Svehlí­k, Sona Norisová, Marek Taclí­k
Eine regnerische Nacht im heruntergekommenen Prag der 1950er Jahre: Zwei Einbrecher steigen in einen Juwelierladen ein. Während der eine den Tresor aufbricht, räumt sein Kumpane eine Vitrine mit goldenen Leuchtern und Bechern leer.

Am nächsten Morgen erscheint die Polizei vor Ort, in der kommunistischen Tschechoslowakei "Verejna bezpecnost", Öffentliche Sicherheit, genannt. Leitender Kriminalpolizist ist Hauptmann Hakl. Sofort findet er Indizien, anhand denen er einen potentiellen Täter identifiziert: den jüdischen Holocaustüberlebenden und ehemaligen Panzerknacker Kirsch. Bei seiner Festnahme findet er in dessen Zimmer in der jüdischen Gemeinde auch Diebesgut aus dem Raubzug. Kirsch protestiert und auch Hakl ist nicht wirklich überzeugt, dass der durch seinen KZ-Aufenthalt traumatisierte und nervöse Kirsch einen solchen Einbruch verübt hat. Als der Polizist aber in sein Büro auf die Wache zurückkehrt, erwartet ihn dort eine Überraschung: ein Agent der Staatssicherheit eröffnet ihm, dass man den Fall Kirsch übernehme. An seinem Schreibtisch sitzt bereits ein anderer Polizist: ein aus der DDR angereister Spezialist, der von Sebastian Koch verkörperte Ermittler Zenke. Nun wird Hakl erst Recht misstrauisch

 

02.05. 20.00 h KRONENKINO, ZITTAU

 

 

Don`t Stop

CZ | 2011 | 97 min | OF + dt/pl Ü

Regie: Richard Řeřicha

Darsteller: Patrik D?›rgel, Lukáš Reichl, JiÅ™í­ Kocman, Jakub Zední­?ek

 

1983. In der kommunistischen Tschechoslowakei kam endlich Punk in vollen Zügen an. Der achtzehnjähriger Miki und sein provokanter Freund Dejvid wollen nicht zurückbleiben. Die Platte London Calling" von The Clash zeigt ihnen die richtige Richtung. Sie nehmen die E-Gitarren, kämen die Haare hoch und achten nicht mehr auf ihre Umgebung. NO FUTURE wird ihr Motto. Don´t Stop ist die Geschichte eines Jahres in ihrem Leben und von dem, was passiert, wenn sie nicht an Morgen denken und die Folgen ihrer Entscheidungen ignorieren.

 

4.5. 15.00 h KRONENKINO, ZITTAU

 

 

Scherbenpark

D 2011 | 91 min | OF + cz/pl Ü

Regie: Bettina Blümner

Buch: Katharina Kress

Kamera: Mathias Schönigh

Schnitt: Inge Schneider

Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Ulrich Noethen, Max Hegewald, Vladimir Burlakov, Maria-Victoria Dragus, Piet Fuchs, Cedric Koch, Jana Lissovskaia, Yung Ngo

Im Scherbenpark nimmt man sich, was man haben will. Es braucht eine große Klappe und ein dickes Fell, wenn harte Sprüche von der Seite kommen oder die eigene Mutter ermordet wird. Sascha (Jasna Fritzi Bauer) ist eine junge Frau, furchtlos, schlau und im Scherbenpark zu Hause. Ihre Mutter war Journalistin und auch Sascha liebt es zu lesen und zu schreiben. Wer ihre Mutter auf dem Gewissen hat, ist ihr klar: ihr Stiefva- ter Vadim E. Dass die Justiz ihn kassiert hat, tröstet sie nicht. Sascha will Vadim umbringen und ein Buch über ihre Mutter schreiben.
Als die Zeitung einen schmierigen Artikel über den Mörder veröffentlicht, lässt Sascha den verantwortlichen Redakteur Trebur (Ulrich Noethen) ihre Wut spüren. Doch dem tut die Sache ehrlich leid. Er will das Geschehene wieder gut machen. Sascha zieht zu ihm und seinem Sohn Felix ins gutbürgerliche und ökologische Passivhaus. Hier gelten andere Regeln. Sascha fühlt sich sowohl zu Felix (Max Hegewald) als auch zum charismatischen Trebur hingezogen und eine sanfte Dreiecksgeschichte entspinnt sich. Doch Sascha spürt, dass sie ihren eigenen Weg finden muss.

 

01.05. 19.00 h Gerhart-Hauptmann-Theater, Zittau (Eröffnungsveranstaltung)

04.05. 22.00 h Camillo, Görlitz

03.05. 20.00 h Turmvilla, Bad Muskau

 

 

Zwei Mütter

D 2013 |   min | OF + cz/pl Ü

Regie: Anne Zohra
Kamera: Friede Clausz
Schnitt: Deys Darahan

Musik:Jasmin Reuter


Darsteller: Sabine Wolf, Karina Pachetka

Isabella und Katja entschließen sich, ein Kind zu zeugen. Das verheiratete, gleichgeschlechtliche Paar ist sich einig: Sie wollen keinen Dritten, der Mitspracherecht hat "“ nur das Sperma, aber keinen Vater.
Wie viele lesbische Paare in Deutschland müssen sie feststellen, dass der Weg zum gemeinsamen Kind schwieriger ist als sie gedacht hätten: Die meisten Samenbanken und Kinderwunschkliniken lehnen es aus rechtlichen Gründen ab, gleichgeschlechtliche
Paare zu behandeln. Als sie endlich einen Arzt finden, der bereit ist, die für lesbische Frauen kostspieligere Inseminationen durchzuführen, gelingt die Befruchtung über mehrere Monate nicht. Katja möchte die Behandlung abbrechen, weil Isa zunehmend unter den Fehlversuchen leidet und ihre finanzielle Situation immer schwieriger wird. Doch Isa kann nicht aufgeben. Sie findet einen Händler, der Utensilien verkauft, um sich das Sperma zuhause selbst einzusetzen.
Auf seiner Website tummeln sich Tausende von Männern, die ihren Samen für Geld anbieten. Es beginnt ein Casting für potentielle Spender, das sich über mehrere zermürbende Wochen hinzieht.

 

02.05. 17.30 h Kronenkino, Zittau

04.05. 20.00 h Turmvilla, Bad Muskau

 

 

Nemez

D 2012 | 94 min | OF + cz/plÜ

Regie: Stanislav Günter

Kamera: Bernhard Keller

Schnitt: Barbara von Weitershausen
Darsteller: Mark Filatov, Michael Schweighöfer, Emilia Schüle, Kai Michael Müller, Katerina Poladjan, Michael Lott

Der junge Russlanddeutsche Dima  wird von seinem Boss, dem Kunstdieb Georgij , nur "Nemez" genannt. Das ist russisch und heißt "Deutscher". Als Dima aus dem Jugendknast entlassen wird, will er in Berlin ein neues Leben anfangen. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los. Georgij will nicht auf die Dienste seines Arbeiters verzichten. Zudem fühlt sich Dimas Vater in Deutschland nicht heimisch und will zurück nach Russland. Hoffnung findet Dima nur in der Liebe zu der Kunststudentin Nadja . Seine kriminellen Verbindungen drohen den beiden jedoch zum Verhängnis zu werden. Nun muss Dima alles aufs Spiel setzen, um den Weg zu sich selbst zu finden.

 

04.05. 11.00 h Kronenkino, Zittau 

 

  

Pharmakon

AL 2012 | 134 min | OF + dt/cz/pl Ü

Regie: Joni Shanaj

Kamera: JI-Hwan Park und Ram Shan

 

Darsteller: Klevis Bega, Kastro Zizo, Olta Gixhari, Niko Kanxheri, Vasil Goda


Pharmakon is set in a new-build, ghost town resembling outskirt of Tirana; in the eve of an upcoming property market crash. Branko, a young man of 25, has recently returned to his hometown, from his studies in the United States, as his mother struck by an incurable disease has passed away. Branko"™s life is controlled by his father, Dr. Sokrat, as he works for him in his pharmacy, a faí§ade to cover dubious activities of the prescription drugs business in which Dr. Sokrat is involved. One of Branko"™s main duties is to find appropriate real estate, for his father to invest his money in. It is a job he does reluctantly, like any other job.  Branko leads a lonely life, until he finds interest in Sara, a nurse in his father"™s hospital. Sara works double shifts to make ends meet and support her gravely ill mother, who is hospitalized in Dr. Sokrat"™s ward. One night after an act of lovemaking, Sara reveals that she has been sexually harassed by Dr. Sokrat, with the promise to save her mother"™s life.

  

03.05. 17.30 h Kronenkino, Zittau