Weltkino

Mittlerweile schon als ein fester Bestandteil des Festivals fügt sich diese Filmreihe, mit erfolgreichen Filmen auf anderen Festivals und ausserhalb des eigentlichen geographischen Gesichtsfeldes,auch thematisch in das Gefüge der anderen Filmreihen ein.

Besondere Lebensgeschichten erwarten unsere Zuschauer.

In Spanien ist es Miguel, der seine Frau zu Grabe getragen hat. Nun unternimmt er die lang geplante Reise nach Südfrankreich, um Erinnerungen an den spanischen Bürgerkrieg zu verarbeiten. Mit diesem Film wird auch erinnert an den 75.Jahrestag des Beginns des Krieges gegen Franco und den Faschismus in Europa.


In Australien erwartet uns die "schlafende Schönheit" Lucy, die bereit ist, für Geld alles zu tun und dann geschieht etwas, bei dem auch ihre kühle Fassade Sprünge bekommt. Ein Erotikthriller der besonderen Art.

In Japan erleben wir die junge Kayoko und dem von Anbeginn der Welt mystischen, ewigen Drama der Liebe. In besonders schönen und verwobenen Bildern werden wir Teil einer geheimnisvollen Geschichte.

Mit der Anwältin Noura aus dem Iran erleben wir Repressionen in ihrem muslimischen Land und deren Folgen. Repression, Verfolgung, Emigration und zerrissene Familien, ein immer präsentes Thema des Alltags in der Weltgeschichte.

So bewegen sich unsere vier Filme auf den Wegen besonderer Menschen, entwerfen Portraits und Geschichten aus  verschiedenen Kontinenten. Sie  lassen uns teilhaben am Leben und Sterben, am besonderem Erleben zwischen Suchen, Finden, Aufbegehren, Flucht  und Erinnerung

 

The Waves

Spanien  2011 | 94 Min 

Regie: Alberto Morais

mit: Carlos ílvarez-Nóvoa Laia Marull Armando Aguirre Marthe Villalonga

 

Miguel hat seine Frau zu Grabe getragen. Nach der Trauerfeier bricht der alte Mann zu einer seit mehr als 60 Jahren geplanten Reise auf: von Madrid an die Küste Südfrankreichs, nach Argelí¨s-sur-Mer, wo einst Tausende Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkriegs ankamen. Für Miguel die Stätte eines Traumas, das ihn seit damals verfolgt. Auf der Reise wird er in Tagträumen von den Geistern einer Vergangenheit verfolgt. Ein sensibles Roadmovie durch die Landschaften der Gegenwart auf den Spuren der Erinnerung.

 

Bester Film, Bester Hauptdarsteller | Filmfest Moskau

Fipiresci Preis

 

Sonntag 06.05. 15.00 h Kunstbauerkino 2, Großhennersdorf

 

 

Hanezu

Japan 2011 | 91 min

Regie: Naomi Kawase

mit: Tohta Komizu Hako Oshima Tetsuya Akikawa Akaji Maro

Seit Anbeginn der Welt, so die in leisen Tönen und voller bittersüßer Poesie vorgetragene Botschaft der Regisseurin Naomi Kawase, geht es um das Drama der Liebe. Voller mystischer Metaphern verknüpft sie das amouröse Dreiecksverhältnis dreier Berge in grauer Vorzeit mit der Tragödie der jungen Kayoko. Sie kann sich nicht entscheiden zwischen einem zurückhaltenden Holzschnitzer und einem Publizisten, der gerne Koch wäre. Ihr Großvater, die Großmutter, ein Kanarienvogel im Käfig, der Fluss, der Wind, eine Grille, die über einen Sarkophag kriecht "“ alle sind Teil einer geheimnisvoll verwobenen Geschichte.

 

Freitag 04.05. 22.00 h Kunstbauerkino 2, Großhennersdorf

Sonntag 06.05. 13.00 h Kunstbauerkino 1, Großhennersdorf

 

 

Sleeping Beauty

Australien 2011, 104 min

Regie: Julia Leigh  

mit: Emily Browning, Rachael Blake, Ewen Leslie. 

Lucy, eine junge Universitätsstudentin, wird in eine geheimnisvolle und versteckte Welt von Schönheit und Verlangen gezogen. Ihr Auskommen verdient sie sich mit allerlei Nebenjobs. Sie arbeitet als Hilfskraft in einem Restaurant und in einem Büro, ist aber auch bereit für Sex gegen Bares. Als sie sich auf eine Anzeige in einer Studenten-Zeitung meldet, verändert sich ihr Leben radikal. Beim Vorstellungsgespräch verlangt ihr neuer Boss Clara absolute Diskretion als oberste Maxime "“ eine Vernachlässigung dieser Pflicht hätte für Lucy, die sich fortan Sara nennen soll, schmerzhafte Konsequenzen. Sie fungiert als leicht geschürzte Servierkraft in einem exquisit-dekadenten Altherren-Club, das ist allerdings nur eine Art Probe. Denn zugleich wird ohne Lucys Wissen ihre Eignung für einen noch viel besser bezahlten Job getestet, den Clara so beschreibt: "Du wirst einschlafen und wieder aufwachen. Und du wirst dir vorkommen, als hätten die Stunden zuvor niemals existiert". Lucy willigt ein und wird zu "Sleeping Beauty""¦

 

Freitag 04.05. 20.00 h Kunstbauerkino 1, Großhennersdorf

 

 

Auf Wiedersehen

Iran 2011 | 1004 min

Regie: Mohammad Rasoulof

mit: Zareh Hassan Pourshirazi Behname Tashakor Sima Tirandaz

Anwältin Noura hat viele Gründe, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Von den Behörden bekam sie Berufsverbot, weil sie Regierungsgegner vertrat. Zu ihrem Mann, einem wegen kritischer Berichte gesuchten Journalisten, hat sie nur Telefonkontakt. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist, wird ihre Lage immer dramatischer. Sie entschließt sich, die Ausreise zu beantragen "“ und wird vom Regime mit Schikanen überzogen.

Es liegt eine klaustrophobische Enge über diesem Film, eine Stimmung der heimlichen Blicke, des Flüsterns und Belauerns. Und eine große Einsamkeit. Noura ist allein und der Willkür des totalitären Apparates schutzlos ausgeliefert.


"Auf Wiedersehen ist die Geschichte einer Frau, die sich in einer Situation gefangen fühlt, die durch Ungerechtigkeit und Gewalt bestimmt wird. Ich wollte zeigen, wie Menschen, die versuchen, sich aus dieser Ausweglosigkeit zu befreien, selbst zu Gewalt und Ungerechtigkeit greifen. Die Dreharbeiten zu diesem Film verliefen unter schwierigen Bedingungen, aber eine Gruppe guter Mitarbeiter machte die Umstände etwas einfacher." (Mohammad Rasoulof)

 

Dem Film gelang, wovon seine Hauptfigur träumt: den Iran zu verlassen. Freunde des Regisseurs schmuggelten die Kopie außer Landes. So kam Auf Wiedersehen zu seiner Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes.

 

Samstag 05.05. 20.00 h Turmvilla, Bad Muskau

Sonntag 06.05. 15.00 h Kronenkino, Zittau